Hommage an MaCu


an amazing hommage published in der Freitag
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Reinhard Matern

Elektroakustik Drohnen sind als Aufklärungs- oder Kriegsmittel in der Öffentlichkeit bekannt geworden, es gibt sie aber auch in der Musik.
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Dort folgen sie jedoch keinen militärischen Zwecken, sondern dienen auf unterschiedliche Weise der Klangentstehung und -entwicklung. Susanne Hafenscher, eine österreichische Musikerin, die als MaCu bekannt geworden ist, legt besonderen Wert auf die musikalische Genese, vermeidet eine Effekthascherei, die im bloßen Sounddesign endet. Sie unterhält ein eigenes Net-Label, Inner-Cinema. Live ist sie auf Avantgarde-Festivals zu erleben; Mitschnitte stehen online zur Verfügung.

Die Basis, der Klang, entsteht elektroakustisch. MaCu nutzt dazu Instrumente, an denen sie ausgebildet wurde, Piano und Gitarre, macht Aufnahmen von Geräuschen aus der Umwelt, setzt ihre eigene Stimme ein … doch nicht stets ist der Ursprung nach einer Verarbeitung noch zu erkennen. Dazu tragen ungewöhnliche Spielweisen bei, die mit einem Bogen gestrichene Gitarre, das Bekratzen der Saiten mit einer Messerschneide, als auch Verarbeitungen, die auf den Einsatz von Software verweisen.

Solche Erweiterungen des Klangspektrums sind in der Musik nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt aufgetreten, im deutschsprachigen Raum als auch international. Die musikalischen Experimente reichten bis in die Nutzung elektronischer Gerätschaften, Stockhausens Telemusik kann als ein Beispiel dienen, oder in eine Performance der Stille, wie 4:33 von Cage.

MaCu weiß um jene Aufbrüche nur zu gut, auch um die musikalischen Strukturen, die im Laufe der Zeit entwickelt worden sind, um musikalische Ereignisse zu entfalten. Sie gibt die serielle und die minimalistische Musik als Voraussetzungen ihrer eigenen Arbeit an, darüberhinaus auch den Freejazz, die Improvisation.

Mir ist besonders die improvisierte als auch minimalistische Ausrichtung aufgefallen, mit der sie ihre Stücke entwickelt. Das Wort Drohne gäbe in diesem Zusammenhang nicht viel her: ein wie auch immer emotional aufgeladenes Gedröhne, dem sich MaCu bewusst entzieht, ein Marktsegment in der Ambient-Musik. Sie scheut den Zugang auf die Menschen nicht, baut keine intellektuellen Hürden auf, lässt ihre Musik von den Menschen entdecken.

Hervorheben möchte ich in meiner kleinen Hommage Part 7 ihrer Produktion Retrospektives, die im Februar diesen Jahres erschienen ist:

Durch die langsame Bewegung eröffnet sich mir ein weiter Raum, der durch die Klänge, die zeitlichen Verschiebungen und die harmonische Verdichtung allmählich zu leben beginnt. Bei aller Leichtigkeit ist stets eine Reibung zu spüren. Sie wirkt jedoch nicht aufgesetzt (z.B. durch massiven Effekteinsatz), sie entsteht aus dem Stück, aus der sich entwickelnden Struktur. Der Part ermöglicht klangliche Erlebnisse, die ihre irdische Befangenheit und Abkunft nicht leugnen und dennoch aus der Enge des Alltags führen können.

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